Sonntag, 22. Januar 2017

Brownie-Cheesecake mit Ricotta und kandierten Früchten

Pünktlich zu Silvester habe ich gleich zwei (!) graue Haare bei mir entdeckt. Langsam hinterlässt das Leben halt seine Spuren. Da mein Papa mit dreißig schon komplett grau war, habe ich damit jetzt wohl auch zu rechnen. Aber Spaß beiseite, meine Freundinnen von zuhause, mit denen ich auf der Schule war, sind jetzt alle fünfundzwanzig, mich eingeschlossen. Das ist ein ganzes Vierteljahrhundert. Und ich frage mich, wo eigentlich die Zeit geblieben ist. Zum Beispiel als wir endlich auch den berühmt-berüchtigten "Oberstufenraum" betreten durften, als wir all die Menschen, die schon Abitur hatten bewundert haben, als wir uns mit Französisch gequält und in Physik versagt haben, als wir Pyjamapartys zuhause gefeiert und uns unsere glorreiche Zukunft ausgemalt haben. Diese Zukunft ist jetzt.


Und zur Feier des 25-jährigen Bestehens einer meiner Freundinnen sind wir alle in die Heimat, den Odenwald, getingelt, und haben dieses dort mit ihr gefeiert. Als ich sie fragte, was für einen Kuchen sie sich wünschen würde, was sie sehr präzise: Nichts mit Beeren, am liebsten cremig, aber ohne Haselnüsse weil auf die bin ich allergisch. Und vielleicht was mit Schokolade?
Ich durchforstete also meine Backbücher und stieß in einem von ihnen auf dieses Prachtexemplar einer Brownie-Cheesecake mit Ricotta (!) die mit den gehackten kandierten Früchten ein echter Renner ist. Was man daran erkennt, dass am Ende des Abends nicht nur einige Wein- und Sektflaschen leer herumstanden, sondern auch der Kuchen komplett verschwunden war.


Brownie-Cheesecake mit kandierten Früchten
aus: Verführerische Torten

Zutaten
Brownieteig
180 g Zartbitterschokolade, gehackt
180 g weiche Butter
300 g Zucker
3 Eier
120 g gemahlene Mandeln
75 g Mehl
25 g Kakaopulver

Käsekuchenteig
250 g Frischkäse
400 g Ricotta 
150 g Zucker
3 Eier
1 TL Vanilleextrakt
100 g kandierte Orangen, fein gehackt
2 EL kandierte Zitronen, fein gehackt

Deko
125 g Sahne
180 g Zartbitterschokolade, gehackt
200 g kandierte Orangen, fein gehackt

Zubereitung
• Eine Springform (25 cm) fetten, den Boden mit Backpapier auslegen und den Ofen auf 160 °C vorheizen.
• Die Schokolade über dem Wasserbad schmelzen, etwas abkühlen lassen.
• Zucker und Butter einige Minuten cremig schlagen, dann die Eier einzeln gut unterrühren.
• Die Mandeln, das Mehl, den Kakao und die flüssige Schokolade hinzugeben. In die Springform füllen.
• Den Frischkäse cremig aufschlagen, dann Ricotta und Zucker hinzugeben und für ca. 2 Minuten weiter schlagen. 
• Die Eier und den Vanilleextrakt hinzugeben und gut vermischen. 
• Zuletzt die kandierten, klein gehackten Früchte einrühren.
• Auf die Brownie-Masse geben und alles für ca. 1 Stunde backen, sodass der Kuchen in der Mitte noch etwas wackelt.
• Die Ofentür einen Spalt breit öffnen und den Kuchen abkühlen lassen.
• Für die Ganache die Sahne in einem kleinen Topf aufkochen, die gehackte Schokolade in eine Schüssel geben. 
• Die köchelnde Sahne über die Schokolade gießen, fünf Minuten warten und dann verrühren.
• Über den abgekühlten Kuchen geben und gleichmäßig verstreichen. Mit den restlichen kandierten Früchten verzieren.
• Für eine halbe Stunde kalt stellen, bei Zimmertemperatur genießen!


Das Los der Freunde von Food-Bloggern ist wohl, dass sie immer schon angeschnittene Kuchen präsentiert bekommen. Ich habe zwar das eine Stück wieder vorsichtig hinein geschoben und versucht, die Schnitte so gut es ging zu verstecken, am Ende war es aber doch unübersehbar. An dieser Stelle eine kleine Entschuldigung an meine Freundin Annina, die mir das zum Glück überhaupt nicht übel genommen hat. Naja, damit müssen sie wohl oder übel leben. :)

Alles Liebe und viel Sonnenschein an euch!
Selina 

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Zimtstern-Cheesecake mit Mohn und Kirschen

Für die Figur war mein Praktikum in Hamburg alles andere als gut. Die Versuchsküche für die Zeitschriften Lecker, die Lecker Bakery, Kochen und Genießen und all die anderen Food-Magazine war einfach nur den Flur runter. Ab und zu (ich geb's zu, ziemlich oft) bin ich dann in Richtung Küche getingelt, einfach um zu schauen, was heute wieder Leckeres gezaubert wurde. 
Denn genial am Praktikum war, dass die Angestellten alles essen durften, was in der Versuchsküche so fabriziert wurde. Oder auch weniger genial, wenn man an die drei Kilo denkt, die es sich in dieser Zeit auf meinen Hüften bequem gemacht haben.

Inspirierend war die Arbeit dort aber auf jeden Fall. Nicht nur, was meinen späteren Berufswunsch betrifft (auf jeeeden Fall etwas mit essen - aber das war ja eigentlich klar :)) sondern auch im Bezug auf mein durch drei Monate Blog-Abstinenz etwas eingestaubtes Kreativ-Oberstübchen. Als ich nämlich eines Tages an der Küche vorbei kam, sah ich dort ein Prachtstück wie dieses hier auf der Theke stehen. Zu meinem eigenen Pech hatte ich mir gerade am Tag vorher geschworen, etwas kürzer zu treten (die Hosen kniffen) und deswegen blieb ich tatsächlich stark. Aber jetzt? Jetzt ist Weihnachtszeit! Und so ein kleines Stück Cheesecake mit Mohn und Kirschen und Zimtsternboden hat noch niemandem geschadet.








Zutaten
für eine 26er oder zwei 18er Formen

350 g Zimtsterne
80 g Butter
600 g Doppelrahm-Frischkäse (Zimmertemperatur)
500 g Mascarpone (Zimmertemperatur)
80 g Zucker
1 TL Vanilleextrakt
20 g Mohn
1 großes Glas Sauerkirschen

Zubereitung
• Zwölf Zimtsterne zum dekorieren beiseite legen. Den Rest in der Küchenmaschine zerkleinern. Die Butter schmelzen und mit den Zimtsternkrümeln vermischen. Auf den Boden einer Springform verteilen und gut andrücken
• Mascarpone und Frischkäse mit dem Zucker und dem Vanilleextrakt cremig rühren. Den Mohn hinzugeben.
• Die Kirschen aus dem Glas in ein Sieb gießen und gut abtropfen lassen. Dann gleichmäßig auf dem Zimtstern-Boden verteilen und glatt streichen.
• Zuletzt die Creme auf die Kirschen geben und den Kuchen über Nacht kühl stellen.
• Am nächsten Tag mit den übrigen Zimtsternen verzieren.



Zugegeben, man schafft von dem Kuchen nur ein kleines Stück (naja, ich hatte zwei), dafür schwebt man aber in dieser Zeit auf einer zimtig-süßen Wolke dahin. Am besten finde ich die Kirschen, die dem cremigen Cheesecake die perfekte fruchtige Note verleihen und mit dem nussigen Boden wunderbar harmonieren. Und als wäre der Kuchen nicht schon genial genug, ist er auch noch in weniger als einer halben Stunde fertig! Also besser geht es wirklich nicht und ich weiß schon genau, was es als Dessert an Weihnachten geben wird. Und ihr? Schon Pläne? :)

Genießt die Adventszeit und lasst es euch gut gehen,
Eure Selina